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JugendKirche Ludwigsburg ist DA Von hier aus könnt Ihr die Seiten der Jugendkirche Ludwigsburg entdecken.Die Postkarte der Jugendkirche gibt es…

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In diesem Blog versuchen wir die Entwicklung unseres Projekts festzuhalten. Alle Neuerungen können hier verfolgt werden.

JUGENDKIRCHE Ludwigsburg 2.0 ...

… so oder so ähnlich könnte man den nächsten Schritt nennen.
Von 2011 bis Sommer 2015 lief das von der Diözese Rottenburg-Stuttgart finanzierte missionarische Projekt "Jugendkirche Ludwigsburg".
Mit dem Projektende verlässt Jugendseelsorger Wolfgang Müller Ludwigsburg.
Aber Kirche geht trotzdem weiter - so war es immer und so wird es auch hier sein.

Das Interessante an dieser Stelle wird sein:

bauen Menschen weiter oder halten wir es aus, dass GOTT weiterbaut? 


Jugendkirche Ludwigsburg war in den zurückliegenden Jahren ein Ort, an dem die Gegenwart Gottes ganz anders erlebt wurde als sonst in Kirchens üblich.
Wo Gott selber am Werk sein darf, da sieht es manchmal aus wie bei Tempels unterm Sofa - mitten im Leben halt.

Beten und ermöglichen wir auch weiterhin, dass GOTT und der junge Mensch im Mittelpunkt stehen. Das ist der Kern unserer Religion.


Wolfgang Müller.
... dies verbinden Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Abschlussveranstaltung zum Projektende mit "JUGENDKIRCHE LUDWIGSBURG":


  •  DESERT EDEN
  •  andere Godis
  •  Firmvorbereitung
  •  Ort, wo Glaube für einige Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene lebendig wurde
  •  „...ist DA“-Konzept ist auch Wolfgang
  •  heimelige und coole Räume im der Solitudestraße 5
  •   Mensch der da ist, steht im Mittelpunkt
  •  Zeit haben
  •   Begegnungen
  •   Kirche, in dem was ist,
  •  Kirche Wohnzimmerkapelle.
  •  Kreativ, originell, spontan.
  •  Das grüne Zelt.
  •  Kontakt zu Schulen.
  •  Schöne Jugendgottesdienste.
  •  Sternwallfahrt  - UAMTA - unvergesslich!
  •   Willkommen sein.
  •  Endlich mal hübsche und gemütliche Jugendräume.
  •  Ein Ort auch für Angebote der Kirchengemeinde.
  •  Untermarchtal 2016?
  •  Bannermast aufstellen
  •  Waldweihnacht à la carte…
  •  Freitag…
  •  Im Advent.
  •  tolle Gespräche und Pubabende.
  •  Ein leichteres wieder zum eigenen Glauben finden.
  •  Sehr schöne tolle Begegnungen mit Leuten, die du ohne die Jugendkirche nicht getroffen hättest.
  •  Vorstandssitzungen: was ist zu tun? Gibt's was zu tun?
  •   Zu Hause bei Aktionen wie Lobpreisabend.
  •  In Ora-et-labora-Wochen.
  •  Wolfgang = Herz und Seele.
  •  Mützi und Freitag.
  •  Taizé-Gebet.
  •  Auffangstationen mit alltäglichen Aufgaben,  für Sorgen und Gedanken.
  •  Freunde und gute Gespräche.
  •  Immer war was zum Essen und Trinken da.
  •  Andachtsraum mit toller Gestaltung.
  •  Coole FSJler.
  •  Foto-, Bilder und Grüßewand
  •  Ein ganz anderer kirchlicher Ort, im Vergleich zu Gemeinderäumen: schön, einladend, heimisch, wohl fühlend.
  •   Auch gerne für Menschen die Kirche nicht nahestehen.
  •  Hier war, ist viel möglich, da offene Türen und Herzen einen hier empfangen haben. Leider wurde es nicht von mehr Menschen genutzt.
  •  Biblische Botschaft einfach und den Menschen nahe rübergebracht mit dem Motto „DA für Dich“.
  •  Wolfgang, bist du gut drauf?
  •  Gute Morgenrunden auf dem Stammeslager.
  •  mit morgendlicher Aufweckphase wie: eine Welle auf die Schnelle.
  •  Hier und dort gewesen und immer da.
  •  Danke Wolfgang.
  •  Es gab immer einen Kaffee zum wach werden zum Auftanken.
  •  Jugendkirche = Wolfgang.
  •  Eine Orientierung und ein sich zur Kirche hin wenden für meine Pfadis. Durch Wolfgang haben Sie die Ohren wieder geöffnet.
  •  Gespräche in der Küche. Sitzungen auf der Couch.
  •  BAND: wahrnehmbar, Begeisterung, Weg, Bewegung.
  •  Starkes miteinander im Rahmen der überkonfessionellen, 24 - 7 - Prayer Gebetsarbeit.
  •  Ökumenische Gebetswerkstatt.
  •  24-7-Prayer Gebetswochen in der evang. Stadtkirche
  •  viele weitere Begegnungen J
  •  Jugendkirche: ein Ort, an dem man immer willkommen ist.
  •  Meine Gaben einsetzen, Freunde treffen, zu Hause sein.
  •  Ich liebe den Gebetsraum!
  •  ich wüsste nicht, wo die Trauergruppe für junge Erwachsene sonst hätte stattfinden sollen, da es keinen schöneren willkommenden Raum mit Atmosphäre in Ludwigsburg gibt.
  •  ein überraschender kurzer Besuch.
  •  Gastfreundschaft: Trauergruppe für Jugendliche.
  •  Taizé-Gebete, liturgische Nächte, Untermarchtal, Jugendsonntag.
  •  Danke für alle persönlichen Gespräche, die mir so gut getan haben und die ich vermissen werde.
  •  Trotz der teilweise in Leere im Juref das Haus ein bisschen voll gemacht und mit Leben gefüllt.
  •  Ein Ort für gemeinsame Zeit und Freude.
  •  Unsere Kooperationen: Sankt Johann, KBS, Minis Sankt Thomas Morus, evangelische Kirche, junge Erwachsene.
  •  Anlaufstelle, Ansprechpartner, alternatives Gesicht von Kirche
  •  Leute aus allen Teilen Ludwigsburg treffen, nicht nur aus der eigenen Gemeinde: Vernetzung, Wohlfühlräume.
  •  Meditationsraum und Wohnraum
  •  Untermarchtal.
  •  Gemeinschaft, Freundschaft, Freude und gemeinsamer Glaube.
  •  DA: Yuki hat ein Gesicht.
  •  Kirche ist erlebbar. Nicht immer greifbar.
  •  Der, der DA ist gestaltet mit.
  •  Wolfgang Gesicht: Kontinuum, ein Raum ist oft zu wenig,
  •  Gruppe die trägt.
  •  Geburtshelfer, Beobachter, Teilnehmer.
  •  Das Projekt hat große Aufmerksamkeit erweckt: Jugendkirche was wird da kommen?
  •  Neidisch, oh, die Katholiken machen was, tolle Möglichkeiten.
  •  Anfang wurde nicht kommuniziert und hat damit auch Verunsicherung ausgelöst.
  •  Herausforderung: wo passt es, wo entsteht Konkurrenz.
  •  Der Bus: begegnet an unterschiedlichen Stellen.
  •  ich habe mich hier sehr wohl gefühlt.
  •  Gut zu wissen, dass Trauer hier einen Platz hat.
  •  Du verkörperst Kirche in einer anderen Weise. Du warst sehr bereichernd.
  •  Ökumenischer Adventskalender
  •  Taizé- Gebet aber: nicht die entsprechende Nachfrage.
  •  Taizé-Gebete haben gut getan.
  •  Jugendreferenten des Dekanates haben in dieser Runde gefehlt.
  •  Gute und hilfreiche Zusammenarbeit („ökum. Dienstgespräche“)
  •  Guter Umfang, zwei Treffen im Jahr. Es war gut, voneinander zu wissen.
  •  pseudo Konkurrenzsituationen konnten vermieden werden. Gemeinsamkeiten und kleine feine Unterschiede: viele ähnliche Ansätze und Nähe.
  •  nach innen war das gut zu kommunizieren. Den katholischen Freunden gelingt das in der Presse besser.
  •  Ökumenische Aktionen wären mal wieder cool.
  •  Heimat.
  •  Station für unterschiedliche Menschen.
  •  Desert Eden.
  •  Wohnzimmer.
  •  Irland.
  •  Wolfgang.
  •  DA sein.
  •  Nächtliche Küchengespräche.
  •  Viele liebe nette Leute.
  •  Schöne Aktionen.
  •  Musik.
  •   
  •  

ABSCHLUSSBERICHT
(vorgelegt von Wolfgang Müller)

 

Was abgeht auf der Party Gottes

1 Jesus war mal wieder am Storyserzählen:

2 „Wenn Gott wieder anfängt, den Joystick der Welt komplett in die Hand zu nehmen, und seine gute Zeit beginnt, dann ist das, als ob ein Präsident von einem Land eine Hochzeitsparty für seinen Sohn organisiert.

3 Die ganzen VIPs waren eingeladen, und nachdem alles vorbereitet war, schickte er seine Angestellten los, um die Gäste abzuholen. Aber keiner hatte Lust zu kommen.

4 Da schickte er seine Leute noch mal los mit der Nachricht: ‚Das kalte Buffet ist angerichtet, der Lachs und der Hummer sind schon fertig, alles wartet nur auf Sie, nun kommen Sie doch!‘

5 Aber die eingeladenen Gäste hatten einfach keinen Bock zu kommen, sie waren so mit ihrem Leben, mit der Arbeit und so, beschäftigt.

6 Ein paar waren sogar richtig aggromäßig unterwegs und verprügelten und erschossen die Angestellten.

7 Da rastete der Präsident total aus und schickte ein paar von seiner Spezialeinheit los, um die Mörder zur Rechenschaft zu ziehen. In andere Städte schickte er sogar seine Armee und ließ alles plattmachen.

8 Dann sagte er zu seinen Angestellten: ‚Die Vorbereitung für die Party ist fertig, aber die eingeladenen VIPs haben es gar nicht verdient, mit dabei zu sein.

9 Gehen Sie jetzt zum Hauptbahnhof, auf die Straßen und in die besetzten Häuser und laden Sie alle ein, die Ihnen begegnen.‘

10 Jetzt gingen sie los und brachten jeden mit, den sie finden konnten: die Penner unter der Brücke, die Junkies vom Hauptbahnhof, aber auch den Geschäftsmann aus dem Einkaufszentrum. Und so wurde die Partyhalle total voll.

11 Als der Präsident ankam, um die Leute zu begrüßen, war da so ein Penner, der in seinem dreckigen Trainingsanzug rumhing.

12 ‚Mein Freund, wie sind Sie denn so an dem Türsteher vorbeigekommen? Sie haben ja noch nicht mal einen sauberen Anzug an!‘ Darauf konnte der Penner nichts antworten.

13 Da meinte der Präsident: ‚Legt ihm Handschellen an und führt ihn ab in die Einzelhaft! Dort wird er rumheulen, aber keiner wird ihm helfen können.‘

14 Denn sehr viele haben ’ne Einladung bekommen, aber nur wenige waren bereit dazu, sich dafür klarzumachen.‘“

 

 


 

Am Anfang steht immer GOTT; hier das Wort Gottes.

 

Mit diesem Gleichnis, das im 22. Kapitel des Matthäusevangeliums steht, habe ich vor zwei Jahren meinen Abschlussbericht begonnen. Das Gleichnis beschreibt aus meiner Sicht damals wie heute die Idee der Jugendkirche, ihre Wirkungsweise und ihr Ergebnis.

 

 

In den Hochgebeten der Sonntagsgottesdienste beten wir regelmäßig darum, „dass die Gläubigen die Zeichen der Zeit erkennen“ mögen. Warum bitten wir darum seit über 30 Jahren? Ganz einfach: weil wir die Zeichen immer noch nicht erkannt haben! Oder vielleicht erkannt, aber noch lange nicht bereit sind, unser Denken und Handeln davon verändern, wandeln zu lassen.

 

Die Idee für dieses Projekt mag tatsächlich einer Einsicht entsprungen sein, dass sich etwas verändern soll in der Katholischen Kirche in Ludwigsburg. Respekt für diesen Schritt und die Verwirklichung. Aber an der Stelle, an der es hätte losgehen müssen, war die Veränderungsbereitschaft erst einmal am Ende. So haben viereinhalb Jahre Projekt - und das meine ich jetzt ehrlich positiv und nicht sarkastisch - erst einmal den Boden dafür bereitet, dass sich die Bereitschaft für Veränderung erweitert hat.

 

Ihr und Sie werden schnell merken, wie weit diese Bereitschaft im Feld „Jugend“ nun tragen wird. Wieder sind gute Voraussetzungen geschaffen:

  • Anna Jehle kommt als - aus meiner Sicht hervorragend geeignete - Stadtjugendreferentin mit einem vollen Auftrag und guten Rahmenbedingungen ab dem 15. September.
  • Jugendreferat und Dekanatsjugendseelsorge fangen neu an; zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Dekanat haben wir in dieser Woche auf der Jugendseelsorgerkonferenz zusammen mit Dekan Alexander König die Zuversicht und die Bereitschaft für den Neuanfang deutlich gemacht.
  • Jutta Friedmann wird im Team der Hauptberuflichen für das pastorale Feld Jugend stehen - sie steht für einen neuen Stil.
  • im Gesamtkirchengemeinderat wird ein Jugendausschuss eingerichtet, der als Gegenüber und Partner für die Entwicklung der Stellen und der Aufgaben Verantwortung übernimmt.

 

Fehlen nur noch die Jugendlichen. Die sind längst eingeladen. Ein paar sind schon (oder noch?) da. Ihnen gilt unsere große Dankbarkeit und sie haben es verdient, unterstützt zu werden.

Aber es gibt eben neben diesen 2 % noch zahlreiche andere.

Zum Beispiel jährlich 100 Firmlinge, die bereit sind, sich auf unsere Programme einzulassen. Die aber auch ziemlich spurlos nach der Firmung wieder ihrer Wege ziehen. Der AK Firmung, der sich um die Neuausrichtung der Firmvorbereitung im kommenden Schuljahr gekümmert hat, war sich einig: am besten wäre es, die Firmvorbereitung ganz abzuschaffen. Gefirmt wird künftig nur noch, wer das selber will. Dann finden sich Gruppen von 5 bis 7 Jugendliche zusammen, die sich in das Gemeindeleben einklinken und dort lernen, was Christsein heute ausmacht. Und Gemeinde, konkreter: Menschen aus den Gemeinden sind da als Begleiter, Antwortgeber, Förderer, Glaubenszeuginnen und -zeugen. Dann würde Firmung nicht mehr nur „gemacht“, sondern würde sich endlich wieder „ereignen“, so wie Gott sich im Leben von jedem Menschen ereignet - oft ganz ohne die Vermittlung von Kirche.

 

Das ist ein weiteres Zeichen dieser Zeit: Gott ist längst schon DA - mitten im Leben nicht nur junger Menschen. Er ist DA - auch außerhalb unserer Protokolle und Organisationsstrukturen.

Und wirkt. In und durch seinen Heiligen Geist, der auch bis auf den heutigen Tag nicht zu fassen ist. Nicht zu fassen mit unseren beschränkten Hirnen. Nicht zu fassen in unsere pastoralen Konzepte. Nicht zu fassen, wie einfach und unmittelbar Menschen ihn erleben, wenn sie überwältigt werden von diesem Anflug der göttlichen Liebe.

 

 

 

Keine Angst: es wird bei der Firmung trotzdem alles so bleiben, wie es war. Die Mitglieder des Arbeitskreises waren sich einig, dass dies in den Kirchengemeinden derzeit nicht umsetzbar wäre.

Deshalb geht Firmvorbereitung weiter wie bisher ...

 

 

 

 

 

... aber gerade deshalb setze ich heute an den Abschluss ein zweites Gleichnis, das die weitere Entwicklung und die Zukunft der Jugendkirche Ludwigsburg für die Zeit nach dem Projektende anschaulich macht:

 

 

„6 Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. 7 Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen?

8 Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. 9 Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.“

(Lukas 13,6-9)

 

<dazu: 3 Bilder vom Baum aus dem Wohnzimmer der Jugendkirche>

 

Nichts beginnt von Null.

Ein Baum ist schon da - es ist etwas gewachsen. Aber er ist nicht mehr das, was er mal war. Das schmerzt das Auge und schmerzt das Herz. So ist er nicht zu gebrauchen - weder im Weinberg des Herrn, noch in unserer Welt und Gesellschaft.

Jugendarbeit ist schon da - aber sie ist in Ludwigsburg lange nicht mehr das, was sie einmal war. Ich habe viele Erwachsene erlebt, die glasige Augen bekommen, wenn sie von ihren Jugenderinnerungen vor 25-30 Jahren erzählt haben. Von den Fußgängerampeln als Diskolichter im BSH. Von Diskonächten in St. Johann, bei der Ordner gebraucht wurden („security“ hat man damals als Wort erst gelernt). Von Zeltlagern in Thomas Morus und St. Paulus, von denen man den Enkeln noch erzählen wird.

 

Das alles hat dieser Baum schon erlebt und gesehen. Aber für heute - die Gegenwart - nützt das nicht mehr viel. Im Gegenteil: die Erinnerungen von damals sind Erwartungen, die den Boden um den Baum nur weiter und weiter erschweren und zementieren. Überlegen wir mal kurz, wie viel Veränderung wir in uns selber zulassen können. Akzeptieren, dass es nun anders geht als wir es in Erinnerung haben. Keine Sorge: diese Aufgabe werden wir alle gestellt bekommen. In unserem ganz persönlichen Leben. Wenn wir eines Tages unsere Schuhe nicht mehr selber binden können. Und es zulassen müssen, dass wir uns nicht mehr selber sorgen, sondern von anderen ver-sorgt werden.

 

Mehr als drei Jahre lang konnte die Jugendkirche wachsen und hat tatsächlich neue Blüten und Blätter getrieben. Im Oktober 2014 hatten die damaligen BFDler die Idee, die Wand im Wohnzimmer zu gestalten. Auf den Baum haben wir uns schnell geeinigt. Als es um die Farbe der Blätter ging, gab es zwei Positionen. Ich bin bekannt dafür, dass ich ein Fan von Irland bin: also ich war für grün.

Die anderen haben die Ästhetik des Raumes besser  verstanden und meinten, dass die Brauntöne viel besser zum Sofa, zum Boden zum Ambiente passen würden. Wie so oft habe ich nachgegeben. Aus Überzeugung. Weil es nie um mich geht, sondern immer um den Prozess. Aber ich gebe gerne zu: dieses Bild war für mich im zurückliegenden Jahr oft symptomatisch für den Zustand in der Jugendkirche. Herbst. Blätter fallen. Leben zieht sich zurück.

 

Im Gleichnis spricht der Besitzer des Weinberges (Gott) davon, dass ohne Früchte ein Baum im Reich Gottes nicht brauchbar ist. Der Weingärtner (ich) teilt seine Meinung. Aber ich sehe, dass bei weitem noch nicht alles versucht wurde, damit Jugendliche und Junge Erwachsene in Ludwigsburg wahr - und ernstgenommen werden, in ihrer heutigen Form Glaube zu leben.

Und deshalb setze ich mich bis auf den letzten Tag dafür ein, den Boden zu lockern, zu düngen, zu ermutigen, neue Kraft zu sammeln. Locken, dass hier Räume und Möglichkeiten sind, die eigenen Tiefen wieder neu zu entdecken. Und ermutigt werden, dass das ausreicht. Und nicht noch ein Amt und eine Aufgabe in einer Kirchengemeinde dazukommen muss, um ein guter Christ zu sein.

 

Deswegen rufe ich Euch, den Kirchengemeinden zu: Achtet darauf, dass Ihr Eure Sicht der Dinge nicht zementiert und den Boden, auf dem Ihr selber ja wachsen wollt, festtrampelt. Sondern macht Euch locker, damit Luft (Geist) reinkommt zwischen Euch. Dann könnte man düngen (Beten). Wer betet, d.h. sich in die Gegenwart Gottes hineinbegibt, begibt sich auch in die Logik Gottes hinein. Was glaubt Ihr, wie oft ich Dinge aus der Perspektive Gottes betrachte. Und wir also ER und ich) uns anschließend zusammensetzen und unser Staunen darüber austauschen, dass so Vieles so ganz anders aussieht, wenn wir die Perspektive wechseln.

 

 

 

 

... und so verlasse ich nun „meine“ Kirche.

Und sie ist kein totes Holz, sondern ich sehe in ihr die vorsichtigen und zarten Anzeichen eines Frühlings.

"Es knospt unter den Blättern – sie nennen es Herbst", dichtet Hilde Domin. So sehe ich es auch. Wer mit der Perspektive Gottes diese Welt betrachten kann, sieht Dinge, die es (noch) nicht gibt. Reich Gottes ist aber kein Masterplan, zu dem es hauptamtliche und bezahlte Experten braucht, die für die Umsetzung sorgen. Dieses Reich wächst und blüht überall dort, wo Menschen aufblühen, aufatmen und wachsen. Und das ist exakt die Beschreibung von Jugendlichen. Wer also eine Jugendkirche für Jugendliche will, braucht eigentlich eine jugendliche Kirche für sich selber. An ein paar Stellen war es schon zu erleben:

In der diesjährigen Osternacht in St. Paulus, wenn eine ganze bunte Gemeinde „Ein Hoch auf uns“ singt und spürt, dass Auferstehungshoffnung weit mehr als nur eine Geschichte ist. Das war ein lebendiges Geschehen.

Am Gedenktag von Sophie Scholl am 22. Februar, als aus der Jugendkirche Flugblätter fielen mit dem Bekenntnis zu Gerechtigkeit und gegenseitiger Achtung.

In den zahlreichen Besuchen von Schulklassen hier in der Jugendkirche, vor allem aber in den fünf Jahren, in denen wir mit dem Otto-Hahn-Gymnasium Tage der Achtsamkeit entwickelt haben und den - entschuldigen Sie die Ausdrucksweise - saugeilen Weihnachtsgottesdiensten im Bildungszentrum WEST in der Rundsporthalle.

 

Die DPSG, der Ludwigsburger Stamm Silberschwäne zeigt seit Jahren, dass wöchentliche gruppenstunden in der Kinder-und Jugendarbeit nach wie vor möglich sind. Wo andere schon längst aufgegeben haben, setzen die Pfadis alles daran, dass diese Grundlage Ihrer Arbeit erhalten bleibt. Und der Erfolg gibt ihnen recht. Interessant ist für mich vor allem, dass sie damit vor allem Kinder und Jugendliche erreichen, die so gut wie gar nicht aus dem Kernbereich von Kirchengemeinden entspringen. Heute würde man das zu Recht „diakonische Jugendarbeit“ nennen. Davon sind wir in den Kirchengemeinden oft noch sehr weit entfernt. Nebenbei bemerkt funktioniert dies alles seit vielen Jahren komplett ohne Hauptamtliche. Das zeigt, dass eine Jugendreferentenstelle keine Probleme lösen wird, sondern höchstens helfen kann, die Probleme besser zu verstehen und sich zu einer Veränderung ermutigen zu lassen.

 

Gleiches gilt für die KJG in Neckarweihingen. Auch sie haben mich so gut wie nie gebraucht; trotzdem haben wir ein gutes Verhältnis. Die KJG ist neben den Pfadfindern die einzige verbandliche Jugendarbeit und vielleicht ist das auch das Geheimnis. Sie sind auch die einzigen in allen Kirchengemeinden, die sich in die kommunalen Strukturen eingeklinkt haben und deshalb regelmäßig fester Bestandteil des Herbstferienprogramms oder des Jugendtages zum Kiesranzenfestes sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Mittelpunkt von Kirche steht nicht das ICH. Sondern das DU. Kirche, Glaube, Religion ist ein dialogisches Geschehen. Deswegen ist uns „Kommunion“ so elementar wichtig. Seltsam nur, dass zwischen Kommunion und Kommunikation so wenig Zusammenhang erlebbar ist. Das gilt übrigens nicht nur für Ludwigsburg, es ist leider fast zu einem Erkennungszeichen von Katholischer Kirche geworden ...

 

 

 

 

Wenn ich gehe, dann gehe ich mit leichtem Herzen, ein bisschen SC Freiburg und ein bisschen Bayern München.

Ich konnte hier Vieles zeigen und auch Vieles zusammen mit zahlreichen Menschen entdecken, was mich persönlich trägt, was mich aber auch durch viele Höhen und Tiefen in dieser Firma gehalten hat. Ich habe mich zwar manchmal gefragt, ob ich hier wirklich am richtigen Ort sei, aber diese Frage hat der Liebe Gott jedes Mal eindeutig beantwortet. Und so bin ich durchaus der Überzeugung - und lasse mich aber nur an dieser Stelle ungern eines Besseren belehren - dass Ihr es hättet deutlich schlechter kriegen können als wie mit mir.

 

Ich gehe leichten Herzens, weil ich weiß, dass auch wenn Wolfgang Müller geht, Gott DA bleibt. Hat er zumindest versprochen. Und bisher hat er das auch immer gehalten. Er würde sicherlich noch mehr machen. Wenn Ihr ihn lasst.

 

Ich gehe mit ein bisschen SC Freiburg. Die sind abgestiegen, und es war nicht das erste Mal. Als langjähriger Fan bin ich schon auch traurig. Aber wenn es einer hinkriegt und an so einem Abstieg nicht zerbricht, dann wir vom SC! Weil wir wissen, dass das Spiel einfach zu schön ist. Und weil wir die alte Weisheit kennen: „Mal verlierst Du - und mal gewinnen die anderen!“ Wer das kapiert hat, lebt und verliert leichter.

 

Und ich gehe mit ein bisschen Bayern München. Mein Wechsel ins Ordinariat hat was von Champions League. Viele Kollegen meinen, dass das nicht zusammenpasst. Wie damals, als Klinsi zu den Bayern gewechselt hist. Und kurz darauf vor lauter Frust in die Tonne getreten hat.

Mal sehen, wie lange das bei mir dauert.

Aber ich freue mich darauf, dass ich die vielfältigen Möglichkeiten, die mir der Beruf des Pastoralreferenten bietet, nun endlich nach über 20 Jahren auch in die immer schon geliebte journalistische Richtung entwickeln darf. Davon habe ich schon in meinem Praktikumsjahr 1991 in St. Paulus geträumt. Die guten Sachen kommen halt immer wieder ...

 

 

 

DANK an alle, die das Projekt ermöglicht, unterstützt, getragen und mich er-tragen haben.

DANK an alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in diesem Projekt ihre Spuren hinterlassen haben (auch an den Wänden) und ihre Lebensspur gefunden haben.

 

VERGELT’S GOTT, Dir GOTT, der Du DA bist und bleibst mitten unter uns.

 

 

 

 

 


GOTT SEGNE DICH

Ich wünsch dir Gottes Segen,

ich wünsch dir seine Nähe, seine Kraft,

ein reich erfülltes Leben,

über dem die Hand des Höchsten wacht,

Liebe und Wärme,

Gelassenheit in allem, was du tust,

dass du auch in Stürmen sicher

und im Frieden mit dir ruhst.

Ich wünsch dir diesen Segen!

 

Ich wünsch dir Gottes Segen,

Geborgenheit in Vater, Sohn und Geist,

Glaube wie ein Feuer,

das wärmt, und nicht in den Augen beißt,

Sehnsucht und Hoffnung,

Menschen, die dich in die Weite führen,

Freunde, die dich tragen,

Gedanken, die die Seele inspirieren.

Ich wünsch dir diesen Segen!

 

 

 

Gott segne dich, behüte dich,

erfülle dich mit Geist und Licht.

Gott segne dich!

Erhebe dich und fürchte nichts,

denn du lebst vor seinem Angesicht,

Gott segne dich!

 

Ich wünsch dir Gottes Segen,

entfalte alles, was du in dir spürst,

die Dinge, die dir liegen,

auch wenn du mal gewinnst und mal verlierst.

Wag neue Wege,

probier dich einfach immer wieder aus,

lass dich nicht verbiegen,

lebe mutig, offen, geradeaus.

Ich wünsch dir diesen Segen!

 

Manchmal ist die Hand

vor unseren Augen gar nicht mehr zu sehen,

und wir hoffen nur noch,

dieses Dunkel irgendwie zu überstehen.

Doch kein Schatten, den wir spüren,

kann das Licht in uns zerstören!


Gott segne dich, behüte dich,

erfülle dich mit Geist und Licht.

Gott segne dich!

Erhebe dich und fürchte nichts,

denn du lebst vor seinem Angesicht,

Gott segne dich!

 

 








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