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27. März 2015

Projekt „Gib der Hoffnung (D)ein Gesicht“ – Flüchtlingsarbeit in Ludwigsburg

der Klasse 8c der Gottlieb-Daimler-Realschule (GDRS) Ludwigsburg, Klassenlehrer Herr Schoepf

in Zusammenarbeit mit Wolfgang Müller (Jugendkirche Ludwigsburg)

 

 

„Was heißt anders sein wenn nichts mehr normal ist

Es ist doch egal was ist schon normal

Ich kann sein wer auch ich immer ich sein will

 

Bin ich wie du? Ich weiß es nicht

Ich glaub nicht dass es wichtig ist

Ich lächle gern und wenn’s dich stört nenn mich verrückt

Ich trag mein Herz in meiner Hand

verstell mich nicht weil ich’s nicht kann

Ist der Rest denn nicht egal?“

(Julian Williams, Anders sein)

 

 

Mit diesem Song begann die Reise der Klasse 8 zur Begegnung mit der Lebenswirklichkeit von Flüchtlingen in Ludwigsburg.

Auf Initiative des Klassenlehrers, Herrn Schoepf, kam der Leiter der Jugendkirche Ludwigsburg, Jugendseelsorger Wolfgang Müller in den Unterricht. Er bereitete die Jugendlichen auf die Begegnung im Flüchtlingswohnheim vor. Das wurde bereits zu Beginn zu einer abenteuerlichen Reise. An der Tafel sammelten die Schülerinnen und Schüler alle Länder, in denen sie entweder selber schon einmal waren, oder zu dem sie einen persönlichen Bezug herstellen konnten.

 

Schon dieser Ansatz macht deutlich: in unserem Alltag schwingt die ganze Welt mit.

 

Der nächste Schritt bestand darin, die Perspektive zu wechseln, mit der wir auf andere schauen. Mit dem Song von Julian Williams wurde so etwas wie ein Motto geboren: „Was heißt anders sein, wenn nichts mehr normal ist?“. Schüler wie Erwachsenen stimmten hier gleichermaßen zu; ein Satz, der die aktuelle Lebenswirklichkeit gut auf den Punkt bringt. Und damit zu einem hervorragend geeigneten Ausgangspunkt für Begegnung wird.

 

Die Schülerinnen und Schüler begannen zu sammeln, was sie in die Begegnung mit den Menschen im Asylbewerberheim einbringen können. Eine drei Seiten lange Liste entsteht. Von sportlichen Aktivitäten über praktische Tätigkeiten wie kochen oder schminken bis zu Begabungen, wie sie in der Schule kaum gefragt sind: PC-Spiele, Kühe melken, Graffiti sprayen, Geschichten schreiben.

 

Dann wurde es ernst, denn in der darauffolge3nden Stunde widmeten wir uns der Lebenssituation der Menschen, die nach Deutschland fliehen. Was wissen wir schon von den Umständen? Wie kommen diese Menschen nach Deutschland? Was glauben wir, wie ihr Tagesablauf aussieht? Und schließlich: was interessiert uns? Was wollen wir die Menschen selber fragen?

 

Der letzte Schultag vor den Osterferien führte uns dann in das Asylbewerberheim des Landkreises Ludwigsburg in die Hermann-Hagenmeyer-Strasse. Der Sozialarbeiter Erol Schirin begrüßte uns und bedankte sich für das Interesse. Er hält dies für das beste Zeichen, das Menschen geben können: sich füreinander zu interessieren. Damit bekommt die Stadt ein  Gesicht. Er ermunterte zu beginn die Jugendlichen, das Einfache zu tun: da sein, „Hallo“ sagen, sich zulächeln.

Bereitwillig stellte er sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Die waren ganz Ohr, als er schilderte, wie die 117 Menschen hierherkommen und  hier leben. manche bis zu zwei Jahre lang, bevor sie als Asylsuchende anerkannt sind und sich eine eigene Wohnung suchen können.

Und er erzählt von seiner Einstellung zu den Menschen: dass er sie so nimmt, wie sie sind: „Es ist nicht wichtig, wie sie hergekommen sind. Wichtig ist, dass sie jetzt da sind. Und das ist das, was mich interessiert.“

Und dann führt er uns durch das Haus und überall, wo sich eine Tür öffnet, begegnen uns freundliche, offene und herzliche Menschen. Die zwar kaum etwas besitzen, aber trotzdem gerne geben: einen Einblick in ihre paar Quadratmeter, oder ein Schluck Kaffee oder ein Stück frisch gebackenes Fladenbrot. „Die haben weniger als wir, und sie teilen das gerne“, sagt eine Schülerin beeindruckt.

 

Vor dem Heim verabschieden wir uns. Zurück bleiben etwas Schokolade für die Kinder als kleines Gastgeschenk, das wir mitgebracht haben. Und die Absicht, nach den Osterferien wiederzukommen. Dann nicht nur als Zuschauer. Sondern als Menschen, die dem „Willkommen“ ihr Gesicht geben.


Wolfgang Müller

 

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